Mit Vorliebe Fleischberge
Wunsiedel, 25.03.2011 17:42
Mit Vorliebe Fleischberge
In Teschners’s Restaurant auf der Luisenburg hat sich ein Steak-Club gegründet. Die Mitglieder
verdrücken 500 Gramm schwere Fleischstücke. Christoph Teschner sieht darin weit mehr als schweres
Essen auf hohem Niveau.
Gastronom Christoph Teschner bereitet das Fleisch für die Tagungen des Steak-Clubs in feinen Variationen zu.
Wer bitte verspeist ein 500-Gramm-Steak ?
Es gibt viele Menschen, die gerne mal etwas Besonderes essen wollen. Beim ersten Steak-Club-Abend waren bereits 16 Mitglieder anwesend. Die kamen bis aus Bamberg und Nürnberg auf die Luisenburg. Für unseren nächsten Treff haben sich noch zehn weitere Steak-Freunde angekündigt.
Kann eigentlich jeder Mitglied im Steak-Club werden ?
Im Prinzip ja, allerdings gibt es eine kleine Aufnahmeprüfung: Man muss als Mann in der Lage sein, ein
500-Gramm-Steak und als Frau ein 300-Gramm-Steak zu essen. Wer dies schafft, ist Mitglied.
Bei derartigen Fleischbergen waren sicherlich die Männer in der Überzahl?
Wir hatten neun Männer und sieben Frauen in der Runde, es war also durchaus relativ ausgeglichen.
Haben alle Gäste die Aufnahmeprüfung bestanden ?
Haben sie. Aber im Ernst: Bei dem Club geht es vor allem um das gesellige Miteinander. Wir saßen lange zusammen und hatten viel Spaß.
Wahrscheinlich ging es vor allem ums Essen.
Natürlich standen alle möglichen Themen rund ums Steak im Vordergrund. Wichtig ist vor allem die Zubereitung. Klar waren wir die meiste Zeit in der Küche, immerhin darf jeder mitkochen. Und das nutzten die Steak-Freunde ausgiebig.
Ist es auf Dauer nicht langweilig, immer nur Steak zu essen? Reicht dies, um einen Club mit Leben zu erfüllen ?
Ganz ehrlich, es gibt unzählige Arten, ein Steak zuzubereiten. Das ist eine Wissenschaft für sich. Allein bis wir die verschiedenen Rinderrassen durchprobiert haben, werden Jahre vergehen.
Welches Rindfleisch kam beim ersten Clubabend in die Pfanne?
Wir verspeisten das Fleisch eines irischen Jungbullen. In Zukunft wollen wir natürlich auch Fleisch vom Angus-Rind oder vom Chateaubriand kosten. Wir werden T-Bone-Steaks, Rumpsteaks, Porterhousesteaks oder Filetsteaks probieren. Außerdem haben wir eine Fahrt zu unserem Fleischgroßhändler nach Meckenheim geplant.
Welche Art des Steak-Genusses ist eigentlich die richtige: durchgebraten oder englisch ?
In Gourmetkreisen wird sicherlich die englische Version bevorzugt, bei der der Kern rot ist. DiMitglieder im Club haben alle ihre eigenen Vorlieben, in welcher Garstufe sie ein Steak genießen wollen.
Von durchgebraten bis richtig blutig war am ersten Abend jeder Geschmack vertreten.
Richtig durchgebraten? Wie lange dauert es eigentlich, bis so ein großer Batzen Steak durch ist?
Obwohl es acht Zentimeter dick ist, war es in 40 Minuten bei 110 Grad richtig gar.
Mal ehrlich, bis man ein gigantisches 500-Gramm-Steak verdrückt hat, ist es doch längst kalt.
Aber nein, die Gäste haben dazu zehn, 15 Minuten benötigt, also sicherlich nicht länger als für ein normales Hauptgericht.
Wie wichtig sind die Beilagen ?
Unverzichtbar. Es gab Salat, Rösti und eine Rotweinsoße, anschließend eine Nachspeise aus Mohn. Die Mitglieder jedenfalls sind satt geworden, allen hat es geschmeckt.
Das Verzehren von Fleischbergen ist nicht gerade politisch korrekt. Rinder verursachen mehr Treibhausgase als der gesamte Verkehr. Haben Sie da nicht ein schlechtes Gewissen ?
Ich bin der Meinung, man sollte essen, was einem schmeckt. Außerdem verwenden wir nur einwandfreies Qualitätsfleisch von Rindern aus naturnaher Haltung. Und: Einmal im Monat ein Steak ist sicherlich nicht
verwerflich.
...Das Gespräch ...führte Matthias Bäumler
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mail∂teschners-restaurant.de
Dr. August-Wild-Straße 2
95126 Schwarzenbach an der Saale
Di - Sa
So
ab 18 Uhr
Kochkurse auf Anfrage
Jeden zweiten Sonntag im Monat
ab 11.30 Uhr Themenbrunch
